London – God save the King

Unser Londonaufenthalt hat gleich mit einer Fahrt in einem typischen schwarzen Taxi über die Tower Bridge begonnen. Die Fahrt war ein wenig gewöhnungsbedürftig, da das Taxi für uns gefühlt immer als Geisterfahrer auf der falschen Straßenseite unterwegs war. Einmal das Gepäck im Hotel abgeladen, sind wir sofort zum nahelegenen Tower of London los, in dem seit Jahrhunderten die Kronjuwelen aufbewahrt werden. Wie kostbar diese Schätze sind, sieht man an den unzähligen, in schönen Uniformen gekleideten Wachen und auch an den meterdicken Wänden der einzelnen Gebäude. Im Tower kann man so ziemlich überall rein beziehungsweise rauf und man hat vor allem auf dem Befestigungswall immer wieder einen traumhaften Blick auf die Skyline von London. Nicht unweit vom Tower ist auch eines der Wahrzeichen von London: die Tower Bridge, eine sehr imposante Zugbrücke über die Themse. Einen perfekten Blick auf die Brücke hat man vom Potters Field Park am südlichen Ende der Brücke.

Ein besonderer Geheimtipp ist der Besuch von einem der unzähligen Musicals im Westend und auf jeden Fall muss man am Abend am Picadilly Circus Halt machen, um das bunte Treiben zu beobachten, oder vor dem Theaterbesuch gleich nebenan in China Town in eine andere Welt eintauchen.

Durch die Stadt kommt man am besten mit der Tube, so nennen die Briten liebevoll ihre U-Bahn. Wenn ihr eine Debit- oder Kreditkarte mit NFC-Funktion habt, was so ziemlich jede Karte mittlerweile haben sollte, könnt ihr einfach mit dieser bei den Gates ein- und austappen – auf gut deutsch einfach hinhalten, ohne vorher extra ein Ticket beim Schalter kaufen zu müssen.

Am nächsten Morgen geht es hoch hinaus in den Sky Garden, hier lohnt es sich definitiv, wenn man einen Timeslot gleich nach dem Aufsperren um 10 Uhr reserviert, denn dann kann man die Aussicht und den Garten so richtig genießen. Weiter führt der Weg zu Fuß Richtung St. Pauls Cathedral mit ihrer von weitem schon sichtbaren Kuppel. Einen guten Blick auf die Kirche erhält man am Weg zur Millenium Bridge. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zum Temple Viertel, einem historischen Gerichtsviertel mit vielen prächtigen Gebäuden, teils aus dem 16. Jahrhundert. Direkt nach dem Sommerset House Palast erreicht man den Covent Garden. Hier laden viele Geschäfte und Cafes zum Verweilen und Betrachten des geschäftigen Londoner Lebens ein. Nach einer kleinen Pause steuern wir unser Ziel für den Nachmittag an: das British Museum. In diesem Museum könnte man rein theoretisch eine ganze Woche verbringen, wenn man die zahlreichen Ausstellungstücke genauer betrachten möchte. Kleiner Tipp: Unbedingt vorab ein Ticket für einen Zeitslot buchen, an manchen Tagen kann der Andrang zum Museum enorm sein.

Nach den Eindrücken aus aller Welt geht der Rundgang durch London mit dem Wahrzeichen für die Britische Monarchie weiter: dem Buckingham Palace. Der Weg dorthin führt uns über den Trafalgar Square mit der imposanten Nationalgalerie. Direkt danach biegt man auf die Mall ein, von wo aus der Palast schon in über 1,5 km Entfernung am Ende der Prachtstraße zu sehen ist. Der Palast ist fast auf allen Seiten von einem Park umgeben und wir hatten auch ein wenig Glück und konnten die Proben für Trooping the Colour live miterleben. Direkt angrenzend zum Palast ist das Westminster Viertel, hier befinden sich neben der Westminster Abbey auch der Palast von Westminster mit dem Sitz der Regierung und der markante Glockenturm Big Ben.

Den perfekten Abschluss für den ereignisreichsten Tag bildet das wohl größte Fish ’n‘ Chips in einem typischen Londoner Pub direkt an der Themse. Hier können wir das Anchor Bankside empfehlen. Danach darf ein Besuch von Shakespears Sommernachtstraum in der Geburtsstätte des Londoner Theaters, dem Globe, nicht fehlen. Das Besondere bei dem Theatererlebnis ist, dass es Stehplätze direkt vor der Bühne um nur 5 Pfund gibt.

Am nächsten Morgen ist unser erstes Ziel das Naturkundemuseum. Am Weg dorthin kann man beim Harrods Kaufhaus Halt machen und entweder nur die schön dekorierten Auslagen und unzähligen Geschäfte betrachten oder im Food-Court im Inneren des Kaufhauses vielerlei Köstlichkeiten probieren. Das Naturkundemuseum ist gigantisch und vor allem die Eingangshalle mit dem schwebenden Walskelett auf jeden Fall einen Besuch wert. Nach so vielen Exponaten haben wir uns eine kleine Auszeit im nahe gelegenen Hyde Park verdient. Da das Wetter für Londoner Verhältnisse mit über 30 Grad recht untypisch schön und warm ist, haben wir es uns mit einem Iced Coffee unter einem Baum im Schatten gemütlich gemacht und die Ruhe genossen. Am westlichen Ende des Hyde Parks ist der Kensington Palace, in dem Prinzessin Diana gewohnt hat. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zum Notting Hill Viertel. Hier reihen sich in der Portobello Road die Villen mit ihren bunten Fassaden aneinander. Jedes Wochenende ist die Straße auf mehreren hundert Metern gesperrt und statt Autos stehen die Altwarenhändler und Souvenierverkäufer und versuchen, den Touristen allerlei zu verkaufen.

Sehr zu empfehlen ist ein Besuch in Camden Town und dem dort direkt am Regents Kanal gelegenen Camden Market. Hier findet man so ziemlich alle Einflüsse der Londoner Küche konzentriert auf ein paar wenige hundert Meter in einem sehr angesagten Viertel. Zurück Richtung U-Bahn Station haben wir den Weg durch den Regents Park gewählt, wo der Queen Mary’s Rosen Garten auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Selbst wenn man nicht so der Blumen-Enthusiast ist, findet man das bunte Treiben der Insta-Celebrities in ihren ausgefallenen Gewändern sicher lustig. Die U-Bahn Station trägt den klingenden Namen Baker Street, ich muss gestehen bei mir hats im ersten Moment nicht ganz Klick gemacht, aber spätestens wenn man vor den Toren der Station die Sherlock Holmes Statue sieht weiß man, warum einem die Straße so bekannt vorkommt.

Am letzten Tag in London haben wir noch eine Fahrt mit dem London Eye gebucht. Auf dem Weg dorthin lohnt sich ein Besuch bei The Garden at 120. Diese Dachterrasse ist definitiv ruhiger als jene vom Sky Garden und man hat auf jeden Fall einen perfekten Rundumblick auf die Skyline von London. Der Weg zum London Eye führt uns über die Millennium Bridge und den Queens Walk auf der südlich gelegenen Promenade der Themse. Beim London Eye muss man vorab ein Ticket für einen Zeitslot buchen und mit etwas Glück ist die Schlange vor dem Riesenrad nicht all zu groß. Vom Riesenrad aus hat man einen unbeschreiblichen Ausblick auf die Stadt und kann das Gesehene noch einmal Revue passieren lassen. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und ist dank schönem Wetter jeden Cent wert. Direkt in der Nähe des Riesenrades findet man beim Queens Walk am Dach des Southbank Centers einen einzigartigen Roof Garden samt Bar. Dies ist mitunter einer der Geheimtipps, den wir von unserem Londonurlaub mit nach Hause nehmen. Auf jeden Fall sollte man, um London in vollen Zügen genießen zu können, genug Zeit, gute Schuhe und einen Regenschirm, den wir zum Glück nicht gebraucht haben, mitbringen.

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1 Kommentar

  1. Vom Dipl. Ing und IT Spezialisten zum Reiseberichterstatter!?
    Jedenfalls hast du uns auch diese schöne Reise sehr interessant näher gebracht! Danke!

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