Madeira – Portugals Blumeninsel

Schon der Anflug auf die beinahe senkrecht aus dem Wasser ragende, grüne Perle des Atlantiks ist abenteuerlich und oft nichts für schwache Nerven. Wir hatten zugegebenermaßen aber Glück und mäßigen Seitenwind, aber solltet ihr das Schauspiel mal bewundern wollen, müsst ihr nur danach googeln oder selbst die Anreise wagen. Ich empfehle zweiteres. Die Insel selbst hat in allerlei Hinsicht zwei Gesichter, sei es das Wetter, wo es im Norden wie aus Eimern gießen kann, aber im Süden traumhaftes Badewetter ist. Oder aber auch landschaftlich, denn innerhalb kürzester Zeit kommt man vom Meer auf über 1000 Meter, von grünen Berghängen zu schroffen Felswänden und von dichten Wäldern zu bunten Blumenwiesen.

Ein perfekter Ausgangspunkt für einen entspannten Urlaub bietet das verschlafene Canico. Das etwas östlich von Funchal gelegene Dorf erstreckt sich vom Meer weg bis weit hinauf auf den Berg. Hier mussten wir auch rauf, um am ersten Tag unsere Wanderung zu dem Balcoes Aussichtspunkt zu machen. In der Tat können sie hier nur von Glück reden, dass Schnee und Eis Fremdwörter sind, denn ich habe schon schwarze Skipisten gesehen, die nicht so steil waren wie hier so manche öffentliche Straße. Der Weg zu Balcoes führt relativ eben vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt, wo man einen herrlichen Blick auf die Gipfel von Madeira genießen kann. Wir haben dann unsere Tour Richtung Norden fortgesetzt und bei der Ponta de São Lourenço eine etwas längere Wanderung unternommen. Hier hat man nicht nur die Möglichkeit die raue See an die steil abfallenden Klippen schlagen zu sehen bzw. auch zu hören, sondern auf der gegenüberliegenden Seite der schmalen Halbinsel am Strand zu verweilen. Da es an diesem Tag überaus stürmisch war, haben wir von der Wanderung zum Strand abgesehen und sind wieder zurück ins Hotel, das Dank der Lage besser vor dem Wind geschützt ist.

Am nächsten Tag sind wir bis Porto Moniz gefahren, das für die natürlichen Pools im Meer bekannt ist. Ohne diese Pools ist dort an ein Baden im Meer selten zu denken, denn die Wellen sind oft so gigantisch, dass sie über die ca. 5 Meter hohe Betonmauer der Pools schwappen. Das Baden in den Pools haben wir uns trotz kühler Temperaturen und hohen Wellen nicht nehmen lassen. Auf dem Weg nach Porto Moniz kann man in so ziemlich jeder Kurve stehenbleiben und die Aussicht auf die aus dem Meer ragenden Klippen und die darüber liegenden Dörfer bewundern. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch in Seixal und ein Getränk an der Bar direkt am Meer.

Auf Madeira geht die Sonne erst um 7:50 auf, deshalb haben wir uns dazu entschlossen, erst später zu frühstücken und dann direkt zu den Fanal Wäldern aufzubrechen. Hier zeigt sich auch eine weitere Besonderheit der Insel. Sind wir noch bei ziemlich bedecktem Himmel gestartet, haben wir recht schnell mit den ansteigenden Höhenmetern die Wolkendecke durchbrochen und traumhaftes Wanderwetter vorgefunden. Die Fanal Wälder selbst sollte man unbedingt am frühen Morgen besuchen, bei tief stehendem Licht wirken die Bäume noch mystischer. Nach einer kurzen Wanderung sind wir weiter zu den 25 Fontes, wohl einem der schönsten Wanderwege auf Madeira, gefahren. Hier sollte man unbedingt vor 10 Uhr starten, damit man die Schönheit der Levadas noch ungestört betrachten kann. Der Weg selbst führt schier unendlich lang in den immer dichter werdenden Wald, bis man irgendwann bei einem richtig hohen Wasserfall ankommt. Kleiner Tipp: Die 3€ für den Shuttlebus zurück zum Parkplatz sind gut investiert.

Eine der wohl aufregendsten Wanderungen führt uns am nächsten Tag den schmalen Weg an der Levada Mohino entlang in ein enges Tal hinein, wo am Ende ein beeindruckender Wasserfall ist, hinter dem man sogar durchgehen kann. Dem Levada Nova entlang geht es wieder zurück hinaus aus dem Tal, durch einen hundert Meter langen Tunnel und über den etwas ausgesetzten Weg bis zurück zur Kirche.

Die Hauptstadt von Madeira ist Funchal, eine steil den Hang hinauf verlaufende Stadt. Direkt beim Hafen, in dem 365 Tage im Jahr mindestens ein Kreuzfahrtschiff liegt, befindet sich die Altstadt. Von hier aus gelangt man mit der Seilbahn direkt über die Dächer hinauf zum Japanischen Garten. Dieser wunderbare, mit unzähligen bunten Pflanzen bewachsene und mit vielen Teichen durchzogene Garten im japanischen Stil thront über der Stadt. Von hier oben starten auch die bekannten Korbschlitten, die einen rasant wieder in die Stadt hinunter bringen. Dort ist ein Besuch des traditionellen Marktes und ein gemütliches Essen in einem der zahlreichen Restaurants der malerischen Innenstadt zu empfehlen.

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2 Kommentare

  1. Wunderschön, vorausgesetzt man ist angst- und schwindelfrei! 🙄☺

  2. wow, danke für die tollen Fotos und bildhafte Beschreibung, Tagebuch war faszinierend zu lesen. 😏😉

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